FPÖ lehnt Pläne von Landesrätin Dr. Baur entschieden ab. Die Freiheitlichen sprechen sich aber für den Wegfall der Bedarfsprüfung bei Bordellen und einem räumlich begrenzten Bereich aus, wo die Sexarbeiterinnen kontrolliert und beschützt arbeiten können.

Für FPÖ-Landesparteiobmann und Klubobmann im Innsbrucker Gemeinderat GR Mag. Markus Abwerzger und Landtagsklubobmann LAbg. GR Rudi Federspiel sind die kolportierten Aussagen der Grün-LR Dr. Christine Baur nicht nachvollziehbar: „Wenn es nach ihr gehen würde, dann würde ganz Tirol zu einem einzigen Bordell verkommen, so kann es nicht sein“, so beide Politiker. Beide verweisen darauf, dass bereits jetzt die Situation am Innsbrucker Straßenstrich nicht mehr länger tragbar ist: „Jeden Abend stehen mehr als 30 illegale Sexarbeiterinnen am Südring und am Mitterweg und bieten meist unkontrolliert ihre Dienste an“, so Federspiel und Mag. Abwerzger. Beide erinnern an die Langzeitforderung nach eine Novelle des Landespolizeigesetzes. „FPÖ und Liste Federspiel forderten seit Jahren einen eigenen räumlich begrenzten Bereich, wo Sexarbeiterinnen legal und kontrolliert ihrer Tätigkeit nachgehen können. Dadurch wäre auch eine verpflichtende Gesundheitsuntersuchung gewährleistet gewesen“, merken beide Politiker an. „Wir haben ständig Maßnahmen eingefordert, bereits im Vorjahr brachten wir einen diesbezüglichen Antrag im Gemeinderat ein, der aber nicht die Mehrheit fand. Das Problem mit den zahlreichen illegalen Prostituierten besteht ja seit Jahren.“ FPÖ-Chef Mag. Abwerzger verweist darauf, dass „die Eigen- und Fremdgefährdung durch erkrankte Sexarbeiterinnen massive strafrechtliche Konsequenzen mit sich ziehen. Die Landesregierung und die Stadtregierung hätten bereits seit Jahren etwas machen können, damit die Flut an illegalen Prostituierten eingedämmt worden wäre.“ Für Mag. Abwerzger und Federspiel  steht fest, dass es nachhaltige gesetzliche  Maßnahmen benötigt, denn kurzfristige Erfolge reichen nicht aus: „Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden, die Bekämpfung einzelner Symptome ist zu wenig.“ Weiters brauche es die behördliche Verfolgen der Hintermänner und der Wohnungsvermieter: „Die Vermieter der Wohnungen kassieren Gelder, es ist auch fraglich inwieweit die Sexarbeiterinnen von kriminellen Banden ausgebeutet werden. Delikte wie Schlepperei und organisierte Kriminalität müssen geprüft werden. Der derzeitige Zustand ist nicht mehr tragbar, denn die Anrainer fliehen aus der Gegend, kündigen die Mietverträge, oder wollen ihre Wohnungen am Mitterweg oder in anderen Straßenteilen verkaufen.“ Für beide steht hingegen der Wegfall der Bedarfsprüfung bei Bordellen zur Diskussion: „Diese Prüfung ist sicherlich nicht mehr zeitgemäß, darum sollte diese Maßnahme auch beseitigt werden. Bordelle unterliegen strengen Kontrollen, was ein großer Vorteil für die Sexarbeiterinnen als auch für die Freier ist.“

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