FPÖ spricht sich für eine restlose Streichung aus. Hauser verweist auf parlamentarische Anfrage an Minister Schelling 

Für FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger beweist die angespannte Finanzlage der Tiroler Gemeinden, dass es endlich eine radikale politische Kursänderung geben muss: „Andere Bundesländer zeigen einen klaren Weg vor. Niederösterreich beispielsweise verzichtet gänzlich auf die Einhebung einer Landesumlage“, so Abwerzger, der konkretisiert: „So musste beispielweise allein Innsbruck im Jahr 2014 12,5 Millionen Euro an das Land abliefern. Tiroler Kommunen unter 1000 Einwohner müssen durchschnittlich knapp 70.000 Euro zahlen, was für viele Gemeinden beinahe unfinanzierbar ist.“ Er verweist darauf, dass die FPÖ bereits im Jänner 2001 eine schrittweise Abschaffung der Landesumlage eingefordert hat: „Derzeit ist aber eine schrittweise Abschaffung keine plausible Lösung mehr angesichts der prekären Situation, dies müssen auch die Sozialdemokraten zur Kenntnis nehmen, die in dieser Legislaturperiode den ursprünglichen Antrag der FPÖ wieder thematisiert haben.“

Für Abwerzger steht fest: „Im Voranschlag für 2017 sind 64 Millionen Euro an Einnahmen durch die Landesumlage vorgesehen. Manche Gemeinden bekommen sie indirekt durch Bedarfszuweisungen zurück, dieses System ist also weder transparent, noch zeitgemäß.“ FPÖ-Nationalrat Gerald Hauser pflichtet den angeführten Positionen vollkommen bei und fügt hinzu: „Bundessteuern werden beim Finanzausgleich in etwa nach dem Schlüssel zwei Drittel Bund, ein Drittel Länder und Gemeinden verteilt. Das Land Tirol nimmt Gemeinden, egal, ob diese reich oder arm sind, Geld wieder in Form der Landesumlage und verteilt dann Bedarfszuweisungen, auf die kein Rechtsanspruch besteht, bevorzugt an Gemeinden, die dem Land zu Gesicht stehen. Dadurch werden Abhängigkeiten geschaffen.“

Hauser verweist auf seine parlamentarische Anfrage zum Finanzausgleich und die Beantwortung durch Finanzminister Schelling, der darin festgestellt hat: „Das österreichische Finanzausgleichssystem wurde im Laufe der Zeit immer komplexer und ist mittlerweile durch unübersichtliche Finanzströme, ein immer komplexeres Transfersystem zwischen den Gebietskörperschaften und einen relativ geringen Anteil von eigenen Steuereinnahmen an den laufenden Einnahmen bei Ländern und Gemeinden gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund wird eine stärkere Zusammenführung der Aufgaben-, Ausgaben- und Einnahmenverantwortung, Transparenz in den Finanzströmen und den Abbau von Doppelgleisigkeiten angestrebt.“ Der Tiroler FPÖ-Landesparteiobmann kündigt abschließend diesbezügliche Initiativen im Tiroler Landtag an: „Nicht nur wollen wir einen Vergleich zwischen Zahlungen der Gemeinden und die allfällige Rückerstattung durch Bedarfszuweisungen, sondern wir wollen eine gänzliche Abschaffung noch in diesem Jahr einfordern“, so Abwerzger.

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