Verkauf von Oetker-Villa – FPÖ fordert Stellungnahme von LH Platter zu den wirtschaftlichen Praktiken des Kitzbüheler Bürgermeisters Dr. Winkler.

Bezugnehmend auf die heutige Berichterstattung in der Printausgabe vom Kurier „Verkauf von Oetker-Villa ist neuer Zündstoff in teurem Kitzbühel – Ex-Konzernchef Oetker wickelte den Verkauf erneut über eine Firma mit Sitz bei der Kanzlei des Bürgermeisters ab“ ortet die Tiroler FPÖ einen wiederholten Interessenkonflikt des Kitzbüheler Bürgermeisters Dr. Klaus Winkler, der mit seiner Steuerberaterkanzlei mutmaßlich in millionenschwere Immobiliendeals verwickelt ist. Tirols FPÖ-Landesparteiobmann KO LAbg. Mag. Markus Abwerzger äußert sich besorgt: „Derartige Praktiken sorgen für ein schiefe Optik. Noch im Jahr 2016 hat Dr. Winkler in der Tiroler Tageszeitung versichert, er habe nichts damit zu tun, und es bestünde keine Befangenheit. Bei diesem Interessenkonflikt kann man aber nicht zur Tagesordnung übergehen“, erläutert Mag. Abwerzger, der sich auch eine Rechtfertigung von ÖVP-Landesparteiobmann und Landeshauptmann Günther Platter erwartet: „Dr. Winkler ist Mitglied der ÖVP, daher muss auch der Parteiobmann Stellung nehmen, inwieweit er solch fragwürdige Vorgänge befürwortet oder duldet.“

Der Kitzbüheler Gemeinderat LAbg. Alexander Gamper sieht nicht den ersten Interessenkonflikt in den vergangenen Jahren: „Noch im Jahr 2004 hat Dr. Winkler diese Politik angeprangert. Jetzt ist Dr. Winkler – als höchster Amtsträger der Stadt – selber wohl in einen Interessenkonflikt mit seiner Steuerberaterkanzlei geraten. Mittlerweile ist dies ja nicht der erste Vorfall“, führt Gamper aus, der auflistet: „Beim Anlegerunternehmen Kitzventure, welches sich an selbiger Anschrift wie die Kanzlei des Bürgermeisters befindet, war Dr. Winkler laut einem Bericht des Trend Magazin als Beiratsmitglied 2015 in der Gründungsphase des Unternehmens beteiligt. Am 2. Juni 2016 berichtete die Tiroler Tageszeitung, gab es eine Abänderung eines Bebauungsplanes einer Wirtin, die Teile ihrer Immobilie an einen in Hongkong lebenden Briten veräußert hat. Dieser neue Miteigentümer wurde dem Kitzbüheler Gemeinderat aber von Dr. Winkler vorenthalten, wobei Dr. Winkler, wie im Grundbuch aufscheint, als Steuerberater der Verkäuferin beim Immobiliendeal involviert war. Auch rund um ein nicht bewilligtes Partyzelt gab es zum selben Zeitpunkt heftige Diskussionen“, schildert Gamper, der abschließend anmerkt: „Auch wenn es strafrechtlich keine Einwände gibt, so ist Dr. Winkler – für seine offenkundige Klientelpolitik – auch seinen Wählerinnen und Wählern rechenschaftspflichtig.“

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